Wussten Sie?

07/06/2019

Am 8. Juni 1951, vor 68 Jahren, kamen die ersten 221 donauschwäbischen Pioniere in Guarapuava an. Die anstrengende Zugfahrt von rund 800 km in knapp 72 Stunden, mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 11 km/h, ging zu Ende.

Nachdem Kisten und Gepäck wieder auf Lastwagen umgeladen waren, fuhren die Pioniere zur staatlichen Schule Visconde de Guarapuava. Dort blieben Frauen und Kinder ziemlich genau noch einen Monat. Unter den 103 angekommenen männlichen Pionieren, waren zehn unter 10 Jahre alt und fünf über 60. Das heißt, eine Mannschaft von 80 bis 85 Erwachsenen arbeitete im Siedlungsgebiet, fällte Bäume, sägte Bretter zu, nagelte, hämmerte und baute die ersten Gemeinschaftsbaracken auf, die ersten selbsterrichteten „Dächer‟ der neuen Heimat.

Der neue Anfang war hart. So hart wie einige Ackerflächen, die so manche Familien bekamen, auf denen Landwirtschaft kaum möglich war. Ausnahmslos alle arbeitsfähigen Männer und Frauen, so wie auch ein Teil der Jugendlichen arbeiteten mit Fleiß, Ausdauer und großer Disziplin in Gemeinschaftsarbeit am Aufbau der Siedlung mit. Anna Schwarz, Pionierin des 1. Transportes erzählt: „Alle haben mitgeholfen, das war für uns so selbstverständlich und niemand sagte etwas dagegen, alle packten an, wo es notwendig war, denn es ging um den Beginn einer neuen Heimat‟.

Genau 68 Jahre später wundern sich nicht nur Besucher oder die neue Generation über das heutige Entre Rios. Laut Aufstellung des Heimatmuseums, leben von den 221 Pionieren, die den ersten Blick auf den unendlichen Horizont von Entre Rios warfen, noch 12 in Entre Rios, bzw. in Guarapuava. Und auch ihnen, die durch ihr Bemühen und Schweiß diese unvergleichliche Geschichte schrieben, fällt es schwer, die gesamte Pionierarbeit wahr zu nehmen. „Ich frage mich manchmal, wie haben wir denn das alles geschafft?!‟, sagt Anna Schwarz.

Gedenken wir immer wieder der Stunde null dieser Geschichte und deren Menschen, die sie schrieben. Mit Stolz und Dankbarkeit blicken die Jungen auf sie.


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