Erinnerung aus der alten Heimat der Donauschwaben: Die Weinlese

09/10/2019

Kaum hatte die Schule im September wieder begonnen, war meist auch schon die Zeit der Weinlese gekommen und die Kinder baten an diesen Tagen um Unterrichtbefreiung (sie haben sich beim Lehrer „ausgepitt“). Natürlich entsprach dieser gerne dem Wunsch, denn neben den nächsten Angehörigen sollten vor allem die Kinder bei der Weinlese helfen.

Da die Traubenernte oft viele Tage andauerte, mussten die Weingärten von „Weingartehidr“ Tag und Nacht vor Dieben bewacht werden. Und dann war es so weit: Die „Trauweklötz“ wurden von den Reben geschnitten und in das mitgeführte Geschirr gelegt. Sobald es voll war, leerte man es in Körbe, die dann in den Hof zum „Riwler“ gebracht wurden, der auf einem offenen Fass stand.

Hier drehte man die Trauben durch die Traubenmühle und füllte sie in Fässer von oft 2 bis 3 Metern Durchmesser ab. Besonders haltbare Sorten wie „Otelle“ und „Geistutle“ hängte man mit einem Spagat (Bindfaden) am Dachboden auf, denn sie hielten oft bis Weihnachten. Schon beim Pressen war der Süßwein eine sehr begehrte, erste Kostprobe. Nach der Traubengärung wurde der Wein von der Katze (Bottich) abgelassen, in kleinere Fässer umgefüllt und im Keller gelagert. Von der ausgepressten und abgegorenen Maische wurde dann der Treberschnaps gebrannt.

Den Tischwein trank man täglich und regelmäßig, je nach Jahreszeit pur oder als „Spritzer“ mit Sodawasser verdünnt.


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