Donauschwäbisch-Brasilianische Kulturstiftung

Geschichte

Die Donauschwaben

A fundaçãoDie Geschichte der Donauschwaben und ihre kulturelle Identität ist mit der Geschichte Deutschlands, Österreichs und anderen südosteuropäischen Ländern, darunter Ungarn, Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien (heute Kroatien und Serbien) in einem Zeitraum verflochten, der sich insgesamt vom siebzehnten Jahrhundert bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erstreckt. Tatsächlich ist es eine sehr umfangreiche und komplexe Geschichte, da die gleiche historische Periode die Bildung von zahlreichen heutigen europäischen Ländern repräsentiert, mit Kriegen, Fusionen, Invasionen, Migrationen und mit ständiger Neudefinition von Grenzen.

In Europa

Die Donauschwaben sind Menschen ethnischer und germanischer Kultur, die ihren Hauptursprung im Südwesten und Westen jenes Gebietes haben, das sich heute Deutschland nennt. Es ist wichtig zu wissen, dass sich der Name "Schwaben" direkt auf die Deutschen bezieht, die im "Schwäbischen" lebten, einer Region, die aktuell im deutschen Bundesland Baden-Württemberg (Südwest-Deutschland) liegt. Allein die Bezeichnung "Donauschwaben" deckt alle Deutschen ab (nicht nur die ursprünglichen Schwaben), die vor allem im 18. Jahrhundert, aus südwestlichen und westlichen Gebieten des damaligen römisch- deutschen Reiches nach Südosteuropa (heute Kroatien, Serbien, Rumänien und Ungarn) auswanderten - Die Region wurde in den Kriegen gegen die Osmanen erobert.
Die Haupteinwanderungsperiode der Donauschwaben begann ab 1720. Zu dieser Zeit warben die österreichischen Kaiser (aus dem Hause Habsburg), vor allem Bauern an, zur Besiedelung der eroberten Gebiete. In jene Orte kamen, neben den echten Schwaben, auch Menschen aus den deutschen Regionen Rhein- und Main-Franken, Bayern, Elsass-Lothringen, Pfalz, Hessen, Böhmen, Schlesien, Westfalen, der Schweiz und Österreich.
Die "Donauschwaben" ließen sich in Dutzenden von Siedlungen, von unterschiedlicher Größe nieder, wie in der "Schwäbischen Türkei", Batschka, im Banat, in Syrmien, Slawonien und Sathmar. Dort betrieben sie Landwirtschaft und hielten an ihren Dialekten und Traditionen fest. Diese Regionen gehörten zur österreichisch-ungarischen Monarchie (1867-1918).
Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges, im Jahr 1918, entstand eine grundlegende Tatsache: die österreichisch-ungarischen Monarchie löste sich auf und die von den Donauschwaben bewohnten Regionen, vorher unter einer Regierung, wurden jetzt auf verschiedene Länder verteilt, wie Ungarn Rumänien und Jugoslawien (heute Kroatien und Serbien).

In Brasilien

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg verließen viele Donauschwaben den Südosten Europas, in Richtung Österreich, wo sie sieben Jahre in Notunterkünften lebten.
Die humanitäre Schweizer Europahilfe organisierte ein alternatives Lebens-Projekt für eine donauschwäbische Gruppe in Österreich: insgesamt 500 Familien, 2446 Menschen, bewarben sich für die Aktion, die die Schaffung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Brasilien vorsah, als einen Weg in eine neue Zukunft. So wurde die Initiative Wirklichkeit und führte zur Gründung der landwirtschaftlichen Genossenschaft und zur Kolonisierung der Hochebenen von Entre Rios, einem Distrikt im Landkreis Guarapuava (PR). Die Agrária wurde auf brasilianischem Boden gegründet - nicht in Deutschland oder anderswo in Europa. Der Gründungsakt der Genossenschaft fand am 5. Mai 1951, im Hotel Central, in Guarapuava statt.

Die Agrária erwarb, mit finanzieller Unterstützung der Schweizer Europahilfe, in Entre Rios eine erste Fläche von etwa 22 Hektar. Die Donauschwaben aber, die sich am Auswanderungsprojekt nach Entre Rios beteiligten, wurden Mitglieder und bezahlten das von der Genossenschaft erhaltene Land mit der Frucht ihrer Arbeit zurück.
In Entre Rios hatten die Donauschwaben in den ersten Jahren viele Schwierigkeiten durch Ernteverluste, fehlende Infrastruktur und Sprachschwierigkeiten zu überwinden, doch mit enormer Kraft beseitigten sie die Hindernisse und schrieben eine der bemerkenswertesten Seiten zur Geschichte der deutschen Einwanderung nach Brasilien.


In Entre Rios (Guarapuava – PR)

Der Bezirk Entre Rios wurde zur einzigen, heute noch bestehenden Gemeinde des Donauschwaben, ähnlich, wie sie in Südosteuropa existierte, während die Donauschwaben in anderen Ländern, meist verstreut, in großen städtischen Zentren leben.
Heute sind sich die Donauschwaben aus Entre Rios und ihre Nachkommen, der Notwendigkeit bewusst, an einer multikulturellen Welt teilzunehmen. Sie halten daher, neben dem Stolz und der Dankbarkeit, in Brasilien ihre neue Heimat zu haben, am Beispiel ihrer Vorfahren fest, um auch weiterhin die neuen Herausforderungen der Globalisierung zu meistern: die tiefe und schnelle Modernisierung der Landwirtschaft in Zeiten der schrankenlosen Märkte und die Erhaltung ihrer kulturellen Identität.
In der Welt

Viele Donauschwaben emigrierten von Europa in Länder wie USA, Kanada, Argentinien und Australien. Andere blieben, nach der Flucht aus dem Südosten Europas, in Österreich und Deutschland, bildeten auf europäischem Boden eine eng verbundene Gruppe von kulturellen und historischen Organisationen, die kulturelle Vereine unterhielten, donauschwäbische Zeitschriften unterstützten und Veranstaltungen förderten.

Kultur-Partner:

Lei de Icentivo a Cultura
Agrária
Fertipar
Safra
Arysta
Syngenta
Banco ABC Brasil
Casa Di Conti
KeplerWeber
BRDE
Flabel
UPL
Adama
Zeppelin
Stoller
Ihara
Superpão
Rocha

Veranstalter:

Localização
Avenida Michael Moor, 1951 – Colônia Vitória, Entre Rios,
CEP 85139-400 Guarapuava – PR.
Telefone
++55 (42) 3625 8326 - Marlene Zimmermann Lehmann
++55 (42) 3625 8320 - Viviane Schüssler (Leitung)
E-mail: vivianes@agraria.com.br
Horário
Öffnungszeiten der Donauschwäbisch-Brasilianischen Kulturstiftung:
Montag bis Freitag: 8.00 bis 17:30 Uhr(Intervall von 12 bis 13 Uhr).
Horário
Öffnungszeiten des Historischen Museums von Entre Rios:
Montag bis Freitag: 8 Uhr bis 17 Uhr
(Intervall von 12 bis 13 Uhr) und
Samstag von 13 bis 17 Uhr

Telefon: ++55 (42) 3625 8328 /
e-mail: museu@agraria.com.br
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